Mondfinsternis am 27.07.2018

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Die Mondfinsternis am 27.07.2018

 

Inhalt

  1. Mondfinsternis vom 15.06.2011
  2. Wie entsteht eine Mondfinsternis
  3. Was ist ein Blutmond?
  4. Mythos MoFi
  5. MoFi Juli 2018
    1. Wo kann man sie sehen?
    2. Wo geht der Mond auf?
    3. Wann geht der Mond auf
  6. Ablauf MoFi
  7. Wettervorhersage fĂŒr Freitag
  8. Wie beobachtet man eine MoFi
  9. Tips zur Beobachtung (wichtig!)
  10. Alles an einem Abend: MoFi, Mars, Jupiter, Saturn, Venus und ISS!

 

1. Die Mondfinsternis vom 15.06.2011
Totale MondfinsternisZu Beginn meines Hobbys „Astronomie“ stand als erstes „Großereignis“ eine totale Mondfinsternis im Juni 2011 an. Ich richtete mein Teleskop auf den zu erwartenden Aufgangsort des Mondes aus. NatĂŒrlich mitten in Wolken. Die Decke ging fĂŒr 15 Sekunden auf, und der rote Mond zeigte sich. Dabei kam das Bild heraus, welches Du im Album sehen kannst. Schon damals hat mich dieses Ereignis in den Bann gezogen. Die nĂ€chste MoFi sollte erst im Juli 2018 zu sehen sein. Mein Gott, erst in 7 Jahren? Das dauert ja ewig. Tja, so schnell vergehen 7 Jahre. Und nun ist es wieder soweit!

2. Wie entsteht eine Mondfinsternis?
Eine Sonnenfinsternis kennt man ja. Der Mond schiebt sich zwischen Sonne und Erde. Dort, wo der Mond exakt zwischen Erde und Sonne ist, fÀllt kein Sonnenlicht mehr hin. Bei einer Mondfinsternis ist es genau anders rum. Die Erde schiebt sich zwischen Sonne und Mond, der Mond fÀllt also in den Schatten der Erde. Dieses PhÀnomen tritt nur bei Vollmond auf.

3. Was ist ein Blutmond?
Das nun durch eine Mondfinsternis eh nur noch spĂ€rlich vorhandene Reflexionslicht des Mondes muss einen langen Weg durch die ErdatmosphĂ€re nehmen. Dabei werden mehr Blau- als Rotanteile des Lichtes herausgefiltert – der Mond erscheint zuerst brĂ€unlich, dann orange und schließlich rot.

4. Mythos Blutmond
Seit Menschengedenken ist mit dem Blutmond allerlei aufregendes verbunden. Er beflĂŒgelte immer schon die Ängste und Fantasien der Menschen. Die alten Kulturen aus China, Skandinavien, den Indianern, Griechenland oder Ägypten verwendeten den Blutmond fĂŒr diverse Göttermythen und Hexenverfolgungen. Dieses Thema darf natĂŒrlich auch in Hollywood nicht fehlen. So zuletzt in dem 2014 erschienen Werk „Seventh Son“.

5. Die Mondfinsternis am 27.07.2018
Am Abend des 27.07. findet eine besondere Mondfinsternis/Blutmond statt. Über 107 Minuten wird die „totale Phase“ (ErklĂ€rung weiter unten) dauern, und ist somit fĂŒr die nĂ€chsten 105 Jahre die lĂ€ngste Mondfinsternis dieses Jahrhunderts. Die nĂ€chste MoFi gibt es am 31.12.2028 (Wink ans Töchterchen).
5.1 Wo kann man sie sehen?
GlĂŒcklicherweise ist dieses Ereignis im SĂŒden und Osten Deutschlands sehr gut zu beobachten. Wenn der Blutmond einsetzt, wird er sich schon etwas ĂŒber dem Horizont befinden. Ein möglichst freier Blick nach SĂŒd-Ost mit wenig störendem Umgebungslicht (Laternen etc.) reicht aus, um dem Spektakel beizuwohnen.
5.2 Wo geht der Mond auf?
Grob gesagt SĂŒd-Ost.
5.3 Wann geht er auf?
Je östlicher desto frĂŒher. Der obere Rand des Mondes wird z.B. in Erding ab etwa 20:47 Uhr sichtbar. Bis er ganz sichtbar sein wird, wird es etwa eine halbe Stunde dauern.

6. Der Ablauf

1 Eintritt Halbschatten Mondfinsternis beginnt 19:14 Uhr
2 Eintritt Kernschatten Mond fÀrbt sich braun, dann orange 20:24 Uhr
3 Mondaufgang Erding/MĂŒnchen 20:47 Uhr
4 Mond im Kernschatten, Beginn TotalitÀt Mond fÀrbt sich rot 21:30 Uhr
5 Austritt Kernschatten Mond fÀrbt sich orange, dann braun 23:13 Uhr
6 Austritt Halbschatten Mond wieder mit „normaler“ FĂ€rbung 00:19 Uhr
7 Mond hat Erdschatten verlassen Mondfinsternis endet 01:28 Uhr

7. Wie wird das Wetter?
Die Prognosen sind Stand Mittwoch nicht schlecht. Link zum Astrowetter hier. Es können abends Gewitter auftreten.

8. Wie beobachtet man eine Mondfinsternis?
1. GlĂŒcklicherweise ist der Mond ein großes Objekt – von daher grundsĂ€tzlich mit den Augen
2. Ein Fernglas gleich welchen Typs zeigt mehr Details und sollte – falls vorhanden – genutzt werden

9. Tips zur Beobachtung
1. Möglichst rechtzeitig (ca eine Stunde vorher) am Beobachtungsplatz der Wahl einfinden. Rechne mit einem regen Andrang. Je besser die Lokation, desto mehr „Mitspechtler“.
2. Einen möglichst dunklen und freien Standort finden
3. Eine Decke oder Jacke nicht vergessen. Decke macht’s gemĂŒtlich, Jacke hilft gegen MĂŒcken und KĂ€lte
4. GetrÀnke nicht vergessen

10. Alles an einem Abend: MoFi, Mars, Jupiter, Saturn, Venus und ISS! 
1. Der Mars befindet sich gut sichtbar etwa fĂŒnf Monddurchmesser unterhalb des Mondes. Dieses Jahr ist der Abstand von Erde und Mars besonders niedrig, ein Blick darauf lohnt sich!
2. Der etwas weiter westlich gelegene Punkt ist Saturn
3. Der helle Punkt noch weiter westlich ist ĂŒbrigens Jupiter
4. Ganz im Westen, schon sehr tief stehend befindet sich die untergehende Venus. Man sieht also gleich vier Planeten nebenbei zu dieser Mondfinsternis.
5. Als besonderes Highlight fĂŒr den Erdinger/MĂŒnchner Raum wird dieser geniale Abend durch zwei ÜberflĂŒge der ISS untermalt. Mit unserem „AstroAlex“ Alexander Gerst ist ja ein deutscher Astronaut an Bord, der im Oktober das Kommando der Raumstation ĂŒbernimmt. Die ÜberflĂŒge sind um 20:57 Uhr (relativ zentral in ZenitnĂ€he) und um 22:35 Uhr im Norden auf etwa 45° Höhe.

So, genug der Theorie. Genieße dieses einmalige Ereignis und lass es auf Dich wirken. Ich wĂŒnsche Dir viel Spaß dabei und vor allem den wichtigsten Gruß unter Astronomen – nicht nur fĂŒr Freitag:

 

Clear skies!

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