Astromod einer EOS 1000D

Zur Zeit ists wirklich nicht leicht. Seit Wochen hartnäckiger Herbstnebel, neuer Job, wenig Zeit. Und da momentan eh nicht an vernünftige Aufnahmen zu denken ist, wollte ich die Zeit nutzen, um meine EOS einer lang geplanten OP zu unterziehen.

Einige meiner Astrofreunde meinten, eine Astromodifizierung wäre noch der letzte Schritt zu meinem Himmelsfotografenglück. Aber warum lässt man seine heissgeliebte DSLR überhaupt modifizieren? Und was bedeutet das überhaupt?

Das Problem bei handelsüblichen DSLR’s (Digitale Spiegelreflexkameras) ist der fehlende oder stark reduzierte Rotanteil in den Bildern. Dieser stammt von einem ab Werk eingebauten Filtermix, welcher vor dem Chip des Spiegels platziert ist. Ein Filter dieser Filtereinheit sorgt in der Tageslichtfotografie dafür, daß die Bilder keinen Rotstich bekommen. So wird der Rotanteil auf etwa 15% reduziert. Was am Tage gut ist, ist jedoch schlecht für die Nacht. Bei unmodifizierten Kameras muss man mit längeren Belichtungszeiten und/oder dem Einsatz von speziellen Filtern Abhilfe schaffen, um den gerade bei Nebeln hohen Rotanteil entsprechend aufs Bild zu bringen. Nicht aber, wenn man seine Kamera einer Astromodifizierung unterzieht.

Es gibt unterschiedliche Arten der Modifikation. Ebenso gibt es unterschiedliche Anleitungen auf Youtube und Co., wo einem  der Ein- und Ausbau 1000er verschiedener Schräubchen, Schnapper und Kabel erklärt werden, um den Rotfilter zu entfernen. Ja nee, is klar. Und das bei meinem handwerklichen Geschick. Soll ich sie lieber gleich wegwerfen? Nööö! Es gibt dafür auch Profis. Die Referenz ist mittlerweile die Firma DSLR AstroTEC. Bekannt aus diversen Foren und mit der Erfahrung, dies schon einige hundert mal durchgeführt zu haben, wurde mir AstroTEC auf von Freunden empfohlen. Für 122 Euro inkl. Transport und Nachnahme unter Beibehaltung der Garantie geht man hier ein überschaubares Risiko ein.

Nach einer kurzen telefonischen Beratung des Chefes himself (Hr. Dietrich) hiess es einen Tag später Adieu zu meiner kleinen EOS zu sagen. Nach zwei Tagen bekam ich die Empfangsbestätigung, sie war gut angekommen. Erstes Durchatmen. Vier weitere Tage später eine weitere Meldung, der Patient hat die OP bestens überstanden. Und bereits nach insgesamt neun Tagen war Mrs. Canon wieder sicher bei mir Zuhause. Knuddelalarm! Tja, und jetzt sind wir wieder bei der Einleitung: der Nebel machte ein First Light erst nach einer Woche möglich.

Das Sternbild Orion liegt mir schon seit langem im Magen. Ich fing ja erst im April mit der Astrofotografie an, da machte er sich heimlich aus dem Staub. Jetzt – ein halbes Jahr später – sollte er dran glauben. Doch oh weh, oh grausames Schicksal, oh Pein – der Vollmond naht. Mir Latte, es MUSS jetzt einfach sein. Recherchiert. Ahja, M42 (Orionnebel), IC 434 (Pferdekopfnebel), Running Man und Co. befinden sich alle im Orion. Volltreffer! Nungut, ich wusste, daß M42 (Orionnebel) ein einfaches Objekt ist und bei vielen Fotografen neben der Andromedagalaxie zu den Erstlingswerken gehört. Aber aufpassen, nicht zu lange belichten! Feine Strukturen im inneren. Hmmm… Also gut, ich versuchs einfach mal mit 60 Sekunden. Und jaaa, die Astromod bedeute auch weniger Belichtung. Egal, es sollte ja nur ein Test werden.

 

Und da ist das Ergebnis:

M42 - Orionnebel

First Light mit astromodifizierter 1000D(a)

 

Hmmm…. ok, rot isses nun. Die Mitte ist ausgebrannt, Aber es handelte sich ja nur um einen Test. Beim nächsten mal wird wieder mit 20, 30 und 60 Sekunden im Verbund gearbeitet.

Suma sumarum bin ich sehr zufrieden. Mit der Modifikation, dem Service, dem Bild und überhaupt. Jetzt kann ich endlich ohne Kompromisse Bilder machen, wie ich will. Und wenn es jetzt nix wird… naja, sagen wir es so, die Ausrede auf das Equipment wird immer dünner 🙂